Füller Reinigung

Vor einigen Monaten habe ich vier Michel Jordi Füller gefunden. Sie schienen, lange nicht genutzt worden zu sein, da die Tinte in den Patronen ausgetrocknet war. Die Tinte hat sich anscheinend so gut abgelagert, dass die Patronen auch nur ungewöhnlich schwer zu entfernen waren. Nachdem ich neue Patronen eingesetzt habe, wurde klar, dass die Füller verstopft waren. Also habe ich sie gereinigt.

Bevor ich sie reinigte, ist mir jedoch aufgefallen, dass eine der Federn sehr stark verbogen ist. Bei dieser habe ich mir deshalb nicht die Mühe gemacht, sie zu reinigen.

Der erste Schritt war, mit einer Spritze durch die Kanüle die grobsten Ablagerungen ausspülen. Doch auch hier gab es keinen Erfolg, die Ablagerungen waren zu fest, sodass kein Wasser durch die Feder floss.

Also habe ich die Federn in destiliertem Wasser eingelegt, mit der Hoffnung, dass sich die Ablagerungen auflösen.

Nach einer Nacht
Nach einer Nacht

Der erste Durchgang zeigte schnell Erfolg. Bereits nach einer halben Stunde war das Wasser tiefblau. Ich habe das Wasser ausgewechselt und die Federn ein zweites Mal, über Nacht, einweichen lassen. In dieser Zeit hat sich genug Tinte gelöst, sodass die Federn im Wasser nicht mehr erkennbar waren.

Aber sie waren immernoch nicht sauber. Zwei weitere Male mussten die Federn eingelegt werden, bis es keine Rückstände mehr gab.

Letzter Durchgang
Letzter Durchgang – auch nach 4 Stunden war das Wasser fast klar.

Jetzt haben sich keine Tintenrückstände mehr gelöst, die Füller waren also sauber. Einen der Füller habe ich mit Tinte befüllt, aber leider schreiben die Federn nicht gut. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass die Füller allgemein keinen guten Tintenfluss haben. Schade, denn sie sind sehr schön.

Zwei der gereinigten Füller

Schreibwaren

Ich beschäftige mich mit Kalligraphie seit November 2014. Angefangen hat alles mit einer Postkarte an meine Urgroßmutter, geschrieben in Kurrentschrift.

Eine alte Postkarte an meine Urgroßmutter
Eine alte Postkarte an meine Urgroßmutter

Da Kurrentschrift nach dem zweiten Weltkrieg aus der Mode kam, konnte ich damals, als ich die Postkarte gefunden habe, nicht entziffern, was auf ihr steht. Mit Hilfe von Wikipedia und einem Kurrentschrift-Kurs habe ich mir also beigebracht, diese Schrift zu lesen:

Legau, 14. V 44.

Zu Hansis I. hl. Communions-
fest senden wir diesem sowie
Ihnen selbst nebst Töchterchen
unsere herzlichsten Glücks- u. Segens-
wünsche.

Mit den besten Grüßen
Ihre
Eugen u. Anna Kitzinger


Frau Centa Wieland
Holzkirchen
Adolf Hitlerplatz 20

Kurze Zeit später habe ich selbst mit dem Schreiben angefangen. Zuerst mit gewöhnlichen Füllern, später aber auch mit Schreibfedern. Ende November 2014 kaufte ich ein Kalligraphie-Einsteiger-Set, welches aus einem Federhalter, Eisengallustinte und einigen gängigen Federn besteht. Die erste Schrift die ich lernen wollte war Copperplate, eine Schrift, die vor allem in England geläufig war. Leider musste ich feststellen, dass das Set dafür nicht geeignet war, da es keine Federn enthielt, die elastisch genug waren. Auch mit dem gewöhnlichen Federhalter war es nicht sehr einfach, kursiv genug zu schreiben. Also musste ein neues Set her.

Dieses Mal suchte ich speziell nach Copperplate-Federn und Federhaltern. Copperplate-Federhalter sind nicht gerade, wie es von gewöhnlichen Füllern bekannt ist, sondern die Feder ist angewinkelt, um die Buchstaben leichter neigen zu können. Das Schreiben mit einem solchen ist anfangs seltsam, aber man gewöhnt sich schnell daran. Mittlerweile zählt Copperplate mit zu den Schriften, die ich am besten beherrsche.

In den Monaten danach habe ich mein Schreibsortiment immer wieder erweitert. Einen groben Überblick gibt die folgende Bildergalerie: